Warum mit Wanderstöcken gehen?
Mit Stöcken hast du zwei zusätzliche Stützpunkte: Sie helfen dir, auf unsicherem Boden das Gleichgewicht zu halten, dich bergauf mit den Armen abzustoßen und dich bergab abzufangen. Laut der medizinischen Kommission der UIAA zeige sich ihr Nutzen vor allem mit schwerem Rucksack und im Abstieg, deutlich weniger auf einem leichten Weg.
Wofür Stöcke konkret gut sind
Stöcke dienen als Stütze dort, wo die Beine allein weniger sicher sind: Steigungen, unsicherer Untergrund, Wasserquerungen, schwerer Rucksack.
- Bergauf: Die Arme drücken auf die Stöcke und übernehmen einen Teil der Anstrengung.
- Bergab: Die vorn eingesetzten Stöcke dienen als Stütze, um abzubremsen und stabil zu bleiben.
- Auf unsicherem Untergrund (Geröll, Wurzeln, Matsch, Schnee): zwei zusätzliche Stützpunkte für das Gleichgewicht.
- Beim Queren eines Bachs: die Tiefe ertasten und bei jedem Schritt eine Stütze behalten.
- Mit schwerem Rucksack: eine zusätzliche Stütze, wenn das Gewicht des Rucksacks das Gleichgewicht verlagert.
- Auf dem Pfad: Brombeeren und Brennnesseln beiseiteschieben, eine fragwürdige Stelle testen.
Der französische Wanderverband (FFRandonnée) fasst ihre Rolle so zusammen: Anstrengung verringern, Gleichgewicht halten, die Haltung verbessern und Hindernisse leichter überwinden.
Was Studien und Verbände sagen
Die veröffentlichten Arbeiten sprechen eher für einen Nutzen im Abstieg und unter Last, mit Nachteilen. Sie beruhen auf kleinen Gruppen unter bestimmten Bedingungen und ersetzen keinen ärztlichen Rat.
- Empfundene Anstrengung und Muskelkater: In einer Studie mit 37 aktiven Erwachsenen, die den Snowdon in Wales mit einem Rucksack von etwa 5,6 kg hinauf- und hinabstiegen (Howatson et al., Medicine & Science in Sports & Exercise, 2011), hätten diejenigen mit Stöcken den Aufstieg als weniger anstrengend empfunden und in den zwei folgenden Tagen weniger Muskelkater gehabt. Ihre Herzfrequenz habe sich dagegen nicht von der Gruppe ohne Stöcke unterschieden.
- Belastung der Beine und Herz-Kreislauf-Belastung: Eine Literaturübersicht (Hawke und Jensen, Wilderness & Environmental Medicine, 2020) kommt zu dem Schluss, dass Stöcke die Belastungen und Kräfte auf die Beine verringern, aber die Herz-Kreislauf-Belastung erhöhen würden. Mit schwerem Rucksack könnten sie die Muskelaktivität der Beine verringern und das Gleichgewicht verbessern.
- Abstieg und Last: Die medizinische Kommission der UIAA (Empfehlung Nr. 11, aktualisiert 2021) gibt an, dass richtig eingesetzte Stöcke die Kräfte in den Gelenken der Beine verringern würden, vor allem im Abstieg und mit Last.
Beide Verbände nennen auch bestimmte Zielgruppen. Die FFRandonnée meint, dass ältere Menschen oder Menschen mit Erkrankungen, insbesondere Arthrose, von Stöcken profitieren könnten. Die UIAA empfiehlt sie älteren oder übergewichtigen Menschen, Menschen mit einer Gelenk- oder Wirbelsäulenerkrankung oder mit schwerem Rucksack. Wenn einer dieser Fälle auf dich zutrifft, frag deine Ärztin, deinen Arzt oder deine Physiotherapeutin bzw. deinen Physiotherapeuten, ob Stöcke für deine Situation geeignet sind.
Die Grenzen der Stöcke
Stöcke haben auch Nachteile, die dieselben Quellen nennen.
- Sie beanspruchen den Oberkörper: Die FFRandonnée nennt Muskelkater in Armen und Schultern, die Übersicht von 2020 eine höhere Herz-Kreislauf-Belastung beim Gehen ohne Last.
- Man kann darüber stolpern und stürzen, warnen FFRandonnée und UIAA.
- Ständiger Einsatz könnte laut UIAA und FFRandonnée Gleichgewicht und Koordination auf Gelände verringern, auf dem man sie nicht nutzen kann.
- Ein einzelner Stock macht den Gang asymmetrisch: Die FFRandonnée rät zu zweien.
- Sie stören, sobald du die Hände brauchst: Felsen, Leitern, ausgesetzte Stellen.
- Ohne Gummipuffer beschädigt die Spitze empfindliche Böden, merkt die FFRandonnée an.
Wann du darauf verzichtest
Auf einem flachen, leichten Weg ohne schweren Rucksack bringen Stöcke wenig. Die UIAA hält sie nicht in allen Situationen für nötig und rät, Vor- und Nachteile im Einzelfall abzuwägen; die FFRandonnée rät von ständigem Einsatz auf leichten Wanderungen ab. Nimm sie für Aufstiege, Abstiege und unsicheren Untergrund und verstau sie die restliche Zeit am Rucksack. Wenn du sie oft verstauen willst, lässt sich ein faltbarer Stock wie der Versant 2, gefaltet 32 cm, leichter am oder im Rucksack unterbringen.
Verwandte Fragen
Sind Wanderstöcke gut für die Knie?
Keine Quelle erlaubt es, das zu versprechen. Laut UIAA messen Studien im Abstieg mit Stöcken geringere Kräfte in den Beingelenken, sie sagen aber nichts über deinen Fall. Bei Knieschmerzen frag eine Ärztin, einen Arzt oder eine physiotherapeutische Fachperson.
Ein oder zwei Stöcke?
Zwei, laut FFRandonnée, denn ein einzelner Stock macht den Gang asymmetrisch. Ein einzelner Stock bleibt nützlich für eine Furt oder eine gelegentliche rutschige Stelle.
Wie geht man richtig mit Stöcken?
Jeder Stock geht mit dem gegenüberliegenden Bein nach vorn und wird auf Höhe des Fußes aufgesetzt; im steilen Gelände setzt du beide gleichzeitig ein.
Geht man mit Stöcken weniger anstrengend?
Nicht unbedingt. Die Anstrengung verteilt sich auf Arme und Beine: Die Studie von 2011 stellt eine geringere empfundene Anstrengung bergauf fest, die Übersicht von 2020 aber eine höhere Herz-Kreislauf-Belastung ohne Last, und die UIAA verweist auf widersprüchliche Ergebnisse zum Energieverbrauch.
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Die paarweise verkauften Modelle findest du in unserer Kollektion Wanderstöcke.
Quellen: FFRandonnée, „Les bâtons de randonnée sont-ils utiles ? Faisons le point“, Dr. Lise Grangeon, medizinische Kommission, 13.10.2021; UIAA, medizinische Kommission, Empfehlung Nr. 11, „The Use of Hiking Sticks in the Mountains“, aktualisiert 2021; Hawke und Jensen, „Are Trekking Poles Helping or Hindering Your Hiking Experience? A Review“, Wilderness & Environmental Medicine, 2020; Howatson et al., „Trekking poles reduce exercise-induced muscle injury during mountain walking“, Medicine & Science in Sports & Exercise, 2011. Seiten abgerufen am 17.10.2026.
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